Diese Woche habe ich einen Kurs bei einem bekannten Weiterbildungsunternehmen gemacht. Jeder, der dort schon einmal einen Kurs gemacht hat, weiß, dass die Unterlagen hier in einem großen grünen Ordner hergegeben werden. Diesen Ordner hat man eigentlich dann im Kurs immer dabei. Zusätzlich hat man meistens noch einen großen Block mit. Da ich diese Sachen nicht immer im Arm tragen wollte und auch keine eigene Tasche dafür machen wollte, habe ich mich entschlossen hierfür eine Ordnerhülle zu nähen.

Hierfür habe ich einfach den Umriss der Mappe auf meinen Außenstoff übertragen. An jeweils einer kurzen und einer langen Seite habe ich dann 0,5 cm hinzugefügt. Diese gebe 0,5 cm gebe ich bei solchen Sachen gerne hinzu, damit das Einfüllen des Ordners einfacher ist. Dann habe ich noch rundherum eine Nahtzugabe von 1 cm eingefügt. 

Dann scheide ich mir in folgenden Mengen zu:

  • Außenstoff: 1 Mal
  • Innenstoff: 2 Mal, daraus wird ein Innenteil und 2 Seitenteile
  • Futter: 1 Mal

Als Futter habe ich einfaches Volumenvlies genommen. 

Als nächstes habe ich die Seitenteile vorbereitet. Hierfür habe ich eines der Innenstoffteile genommen und es über die lange Kante halbiert. Diese halben Teile habe ich dann nocheinmal im Bruch gebügelt und dann waren die Seitenteile fertig und ich konnte sie auf die Seite legen.

Nun musste ich mich um das Außenteil kümmern. Nach etwas herumprobieren habe ich mich entschieden, die Trageriemen 8 cm vom Rand entfernt zu positionieren. Da ich 1 cm Nahtzugabe hatte, habe ich mir bei 9 cm auf jeder Seite eine Markierung auf der Rückseite gesetzt. Dann bin ich von der Seite 6 cm hineingegangen und habe dort auch jeweils eine Markierung gesetzt (insgesamt 4 Positionen mit jeweils zwei Markierungen).

Für den Trageriemen habe ich einfaches Schrägband genommen, dass ich noch zu Hause hatte. Ich hatte ein Reststück, dass von der Länge genau für 2 Trageriemen gepasst hat. Aus einem zweiten Reststück habe ich mir dann noch die Seitenlaschen hergerichtet. Hierfür habe ich das Schrägband auf einer Seiten einem Ende verkehrt herum zugenäht. Dann habe ich es gewendet und an der offenen Kante knappkantig zugenäht. 

Die Länge der Trageriemen und der Seitenlaschen kann jeder für sich selber entscheiden. Wenn du die Mappen an der Schulter tragen möchtest, musst du die Riemen etwas länger machen. Die Seitenlaschen habe ich mir vorher an die Mappe gelegt. Dann habe ich mir die Mappe so positioniert, als wenn sie ganz voll wäre. So konnte ich mir auf den Laschen markieren, wie lang diese sein mussten.

Die Trageriemen konnte ich nun an den markierten Stellen mit einer Stecknadel fixieren. Diese habe ich dann knappkantig angenäht. Die Position für die Seitenlaschen habe ich mir von den Trageriemen abgeschaut. Die Seitenlaschen habe ich dann ganz einfach auf dem Außenstoff festgesteckt (mit den offenen Seiten nach außen). Hier ist bei ein etwas von der Lasche abgestanden, da ich diese länger zugeschnitten habe. 

Damit ich beim späteren Zusammennähen es etwas einfacher habe, bin ich hergegangen und habe die Laschen am Außenstoff in der Nahtzugabe festgesteppt. Dadurch konnte ich nun auch die Stecknadel entfernen. 

Jetzt ging es ans Zusammennähen. Zuerst habe ich mir das Volumenvlies aufgelegt und darauf den Außenstoff mit der schönen Seite zu mir. Auf eine der kurzen Kanten habe ich dann eines der Seitenteile gelegt und es mit Klammern fixiert (es gehen aber auch Stecknadeln). Das Seitenteil liegt so auf, dass der Bruch zur Mitte des Außenteiles liegt. 

Dann wurden alle Teile an der kurzen Kante mit 1 cm Nahtzugabe zusammengenäht. Ich erkläre später, warum ich das mache.

Dann habe ich mir mein Außenteil wieder hingelegt und auf der gegenüberliegenden Seite das zweite Seitenteil aufgelegt. Darauf habe ich dann das Innenteil gelegt. Nachdem ich nun alles gut Fixiert hatte, habe ich rundherum zugenäht, wobei eine Wendeöffnung bleibt, die genau über der vorherigen Naht auf der kurzen Seite lag. 

So lag die Wendeöffung zwischen einem Seitenteil und dem Innenteil. Da die Wendeöffnung sozusagen nach dem Wenden versteckt ist, muss man sie auch nicht unbedingt zunähen. 

Vor dem Wenden habe ich dann noch die Nahtzugaben an den Kanten bis kurz vor die Naht zurück geschnitten, damit nach dem Wenden die Ecken schön ausgeformt werden können. Sobald alles gewendet war und die Ecken schön ausgeformt waren, habe ich das ganze Teil gebügelt. 

Dann habe ich die Mappe eingefüllt und mit sowohl am Stoff, als auch an den Seitenlaschen die Position markiert, bei denen ich die Druckknöpfe anlegen konnte. Ich habe für meine Ordnerhülle KamSnaps verwendet. Diese waren ganz einfach anzubringen. Ich musste nur darauf achten, dass die KamSnaps-Rückseite zwischen dem Inntenteil und dem Seitenteil lag (sonst kann man den Ordner nicht mehr in die Seitenteile schieben).

Damit war die Tasche dann fertig. Für die ganze Tasche habe ich vielleicht 90 Minuten gebraucht und auch nur deshalb, weil ich mich von meinen Katzen ablenken habe lassen. Hier sind nun ein paar Bilder von meiner fertigen Ordner-Hülle:

[Leoben, 9. 3. 2019]

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren